Der Harntrakt
Anatomisch wird der Harntrakt in oberen und unteren Harntrakt geteilt.
Zum oberen Harntrakt gehören die Nieren und die Harnleiter (Ureter), zum unteren Harntrakt die Harnblase und die Harnröhre (Urethra).
Der untere Harntrakt ist für die Harnspeicherung und Harnentleerung verantwortlich.
Der Harntrakt gliedert sich funktionell in Harnbildende und Harnableitende Organe. Das Nierenbecken, die Harnblase, die Harnleiter sowie die Harnröhregehören zu den Harnableitenden Organen. Die Nieren sind die Harnbildenden Organe.
Wie funktioniert unsere Blase?
Der Urin wird in den Nieren produziert, die Nieren sind sozusagen die „Waschmaschinen“ des Körpers und filtern Blut. Urin wird im Nierenbecken gesammelt und durch die Harnleiter nach unten in die Blase transportiert. Die Richtung des Transportes ist unter gesunden, normalen Umständen immer zur Blase hin. Die Harnleiter-Mündungsstelle ist so angelegt, dass sie wie ein Ventil funktioniert und dadurch der Urin nicht Richtung Nieren zurückfließen kann. Das Zurückfließen des Urins heißt in der Fachsprache Reflux, der leicht oder auch ausgeprägt sein kann.
Ein Reflux kann für die Nieren eine Gefahr darstellen weil durch den höheren Druck die Nieren geschädigt werden können. Die Blase ist ein Hohlorgan aus glatter Muskulatur. Im gefüllten Zustand ist die Blase rund, entleert sieht sie gefaltet aus. Die Blase hat einen Schließmuskel am Blasenhals, der den Ausgang zumachen oder öffnen kann. Dieser Schließmuskel wird von den Muskeln des Beckenbodens unterstützt. Die Blase hat zwei Aufgaben, Harnspeichern und Entleeren. Diese funktionieren allerdings automatisch. In der Speicherphase wird der Urin in der Blase gesammelt und ab einer gewissen Füllmenge der Blase (ca. 350 ml bei Erwachsenen) verspüren wir Harndrang. Der Harndrang kann über eine gewisse Zeit unterdrückt werden, bis wir die Möglichkeit haben die Blase zu entleeren.
Die Blasenentleerung erfolgt normalerweise mit gutem Strahl, ohne Einsatz der Bauchpresse und ohne Unterbrechungen.