Neurogene Inkontinenz
Blase und Gehirn bilden eine Einheit und wie Gedanken, Gefühle und Blase zusammenhängen kennt jeder aus eigener Erfahrung. Gerade in Stresszeiten, bei besonderen Ereignissen kann die Blase „Streiken“. Die Blase wird von verschiedenen Nervenfasern versorgt, die von der Blase Richtung Gehirn Informationen liefern und von Gehirn Richtung Blase führen um dort etwas in Gang zu setzen.
Die wichtigsten Funktionen des Nervensystems sind die regulierende Funktion und die Signalfunktion. Während der Füllphase zeigt ein Mechanismus an wie voll die Blase ist. Gleichzeitig sorgt das Nervensystem auch dafür, dass der Schließmuskel arbeitet. Beim Urinieren müssen die Entspannung des Schließmuskels und das Zusammenziehen der Blase gut koordiniert sein.
Eine Störung der Nervenbahnen von der Blase Richtung Gehirn und von Gehirn Richtung Blase kann bewirken, dass die Blasenfüllung nicht wahrgenommen wird. Das bezeichnet man in der Fachsprache als hyposensible Blase. Diese Störung kann vorübergehend sein, etwa nach einen Unfall, Operation, Entbindung, Narkose. Auch Patienten mit geschädigtem Rückenmark spüren die Blase nicht, weil die Verbindung zwischen Blase und Gehirn unterbrochen ist. Dies kann auch bei Zuckerkrankheit der Fall sein, aufgrund von Nervenschaden. Eine überempfindliche, in der Fachsprache hypersensible Blase vermittelt schon bei geringer Füllung das Gefühl voll zu sein. Die Ursache kann ein erlerntes Verhalten sein, weil der Betroffene es sich angewöhnt hat, häufig zu urinieren. Meistens aus Angst vor Inkontinenz. Das nennt man sensorische Dranginkontinenz.