Urodynamische Untersuchung
Die Urodynamische Untersuchung (Blasendruckmessung) ist eine Funktionsprüfung des unteren Harntraktes. Diese Untersuchung wird nicht in jedem Krankenhaus durchgeführt. Vor der Untersuchung wird der Patient aufgeklärt.
Bestimmte Medikamente können die Messergebnisse beeinflussen, darum ist es wichtig die Medikamente vor der Untersuchung anzugeben und eventuell abzusetzen.
Leidet der Patient an einer Blasenentzündung ist die Untersuchung nicht durchführbar!
Die Urodynamik ist ein Messverfahren, bei dem mit Hilfe von Katheter und Elektroden, die Funktionsweise der Harnblase untersucht wird.
Untersuchungsablauf:
Bei der Urodynamik wird ein spezieller Katheter in die Blase eingeführt. Die Blase wird entleert und anschließend durch den Katheter mit warmer Infusionslösung gefüllt. Gleichzeitig wird der Druck innerhalb der Blase gemessen. Ein weiterer Rektalkatheter, der in den After eingeführt wird, misst den Druck, der von außen auf die Blase einwirkt, z.B. wenn der Patient hustet oder presst. Die Beckenbodenaktivität wird durch drei Klebeelektroden gemessen. Kann der Patient sitzen, findet die Untersuchung auf einem speziellen Stuhl statt. Während der Untersuchung wird durch einen Auffangmechanismus, der sich unter dem Stuhl befindet, gemessen, ob und wie viel Urin der Patient bei der Blasenfüllung unwillkürlich verliert und wie viel Urin bei der abschließenden Blasenentleerung entleert wird. Die Untersuchung dauert je nach Umfang der durchgeführten Untersuchungen und Kapazität der Blase zwischen 30 Minuten und zwei Stunden. Die gesamten Messwerte werden kontinuierlich dokumentiert und aufgezeichnet. Die so aufgezeichneten Druck- und Flusskurven werden meist über ein Computersystem vom Arzt ausgewertet. Mit der Untersuchung können die verschiedenen Harninkontinenzformen unterschieden werden.