Harnverlust nach Prostataoperation (radikaler Prostatektomie)

Bei der radikalen Prostatektomie wird die Prostata inklusive ihrer Kapsel und der Samenblasen entfernt. Die Indikation für die Operation stellt die bösartige Erkrankung der Prostata. Die Harninkontinenz die nach der Operation auftreten kann, ist durch eine noch unzureichende Funktion des äußeren Harnröhrenschließmuskels bedingt.
Die Funktion bessert sich mit Hilfe von Beckenbodenübungen, Biofeedback und Elektrostimulation.Ein wesentlicher Faktor bei der Beratung von Prostata operierten Patienten ist die Aufklärung des Patienten über die Funktion von Beckenboden und Schließmuskel, sowie die Erklärung der Anatomie von Blase und Nieren. Der Patient soll lernen, bei Belastung (alltägliche Aktivitäten) die Beckenboden-Schließmuskel-Einheit richtig einzusetzen.

Eine gezielte Beckenboden-Schließmuskeltherapie ist bei frischer Operationswunde nicht geeignet. Entsprechend der Wundheilung kann der Beckenboden-Schließmuskel gestärkt werden und die Intensität der Übungen gesteigert werden.

Eine Übertreibung der Übungen sollte vermieden werden, weil dadurch Schmerzen auftreten können sowie die Inkontinenz  verstärkt werden kann. Die Harninkontinenz  kann sich nach der Operation in verschiedenen Schweregraden äußern, von fast trocken bis hin zu vollständiger Inkontinenz. Der Patient wird auf die Wichtigkeit einer regelmäßigen Verdauung hingewiesen, da die Verstopfung eine zusätzliche Belastung für die Beckenbodenmuskulatur darstellt.

Was sollte der Patient zusätzlich beachten?

  • Heben und Tragen von Lasten bis max. 5 kg
  • Radfahren erst nach 8-10 Wochen
  • Sauna und Schwimmbadbesuche nach 4-6 Wochen (Infektionsgefahr, Verkühlung)
  • Autofahren (bei längerer Fahrt mit Pausen) und Spazierengehen sind erlaubt
  • Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen (mindestens 2 Liter täglich)

Da es zum unwillkürlichen Harnverlust kommen kann, ist neben der Beckenbodenübung die Verwendung von Einlagen notwendig.